Unser starkes Kreuz für Demokratie
Am 8. März 2026 fanden in ganz Bayern Kommunalwahlen statt. Die Bürgerinnen und Bürger bestimmten die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte und der Kreistage, sie wählten ihre Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Landräte. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützte einen fairen und menschlichen Wahlkampf. Sie ermunterte Menschen mit demokratischem, gerne auch christlichem Hintergrund, zur Kandidatur. Uns lag und liegt an einem sachlichen politischen Gespräch, bei dem das wechselseitige Zuhören im Mittelpunkt steht. Unsere Kampagne hat an vielen Orten und auf vielfältige Weise Demokratie in der evangelischen Landeskirche sichtbar gemacht. Hier finden Sie Informationen dazu:
Den Auftakt zu unserer Aktion lieferten Landesbischof Christian Kopp und Kardinal Marx am 25. Juli 2025 mit ihrem Wahlaufruf, wo sie insbesondere Christinnen und Christen dazu aufriefen, nicht nur wählen zu gehen, sondern auch zu kandidieren. Der Landeskirchenrat hat in seiner Septembersitzung eine Regelung getroffen, in der die Unvereinbarkeit der Übernahme eines kirchlichen Leitungsamtes mit der Kandidatur für gesichert extremistische, menschenfeindliche und völkische Parteien festgestellt wurde.
Das Angebot von Seelsorgenden gilt weiterhin für alle Politikerinnen und Politiker, die Gesprächspersonen außerhalb der Politik suchen. Die Strukturen und Anlaufstellen für Opfer von Hass und Hetze bleiben aktuell. Unsere Seite Demokratisch aus Glauben verweist auf Gottesdienste zu Demokratiethemen und Argumentationshilfen gegen Extremismus aus christlicher Perspektive. Und unter Veranstaltungen in ganz Bayern finden Sie Veranstaltungen bayernweit bzw. Online, die mit dem #Demokratie getagged sind.
Wir freuen uns, unsere Kooperationspartner weiterhin an unserer Seite zu wissen – für viele Aktionen zum Erhalt unserer Demokratie. Politik bedeutet, Menschen zu zeigen, dass sie gesehen und gehört werden. In Zusammenarbeit mit einigen Dekan:innen und der Gruppe "Demokratiebildung" im EEB Bayern Netzwerk Pädagogik haben wir Bildungsformate entwickelt, die den Austausch ermöglichen und anregen. Das muss nicht nur in den Wochen vor der Wahl sein, sondern stärkt immer beide Seiten: die Politikschaffenden wie die Bürgerinnen und Bürger! Viel Spaß mit den Veranstaltungsformaten, die ganz sicher auch im laufenden Politikbetrieb ein gelingendes Miteinander von Politik und Bürgerschaft befördern. Schauen Sie selbst:
Evangelische Kandidaturen
Mit unserer Kampagne wollten wir deutlich machen, wie viele Menschen aus den Reihen der ELKB sich in der Kommunalpolitik engagieren – unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29,7). Deshalb haben wir „Evangelische Kandidaturen“ präsentiert – hier im Bild Sabrina Stemplowski und Michael Langer. Im Sonntagsblatt und in den Sozialen Medien portraitieren wir teils bekannte, teils unbekannte evangelische Christinnen und Christen. Frauen wie Männer, jung wie alt, politisch eher links und politisch eher rechts. Die Vielfalt ist unsere Stärke – in der Kirche wie in der Politik. Und das Besondere an diesem Teil unserer Kampagne ist: niemand macht „Werbung“ für sich, sondern immer für einen anderen Christenmenschen.
Sie finden die Videos der Doppelinterviews
auf den Social-Media-Kanälen des Sonntagsblatts
https://www.tiktok.com/@sonntagsblatt.de
https://www.instagram.com/sonntagsblatt/?hl=d
Ein ganzes Dossier hat sonntags evangelisch dem Thema Demokratie gewidmet: Lesen Sie HIER im Dossier Demokratie
- Duo-Interviews mit Kandidierenden
- Praktische Informationen zur Kommunalwahl
- Informationen zu Demokratie-Aktionen der ELKB
und Vieles mehr! Das Team des Sonntagsblatts hat zudem alle Informationen zu dieser Kampagne und zur Kommunalwahl in einem Reader zusammengestellt, den Sie HIER kostenlos herunterladen können.
Gesicht zeigen für die Demokratie
Unter diesem Motto konnte jede und jeder ein Visual einreichen und Gesicht zeigen für die Demokratie. Hier finden Sie die Bildergalerie aller eingereichter Visuals, HIER eine Animation der eingereichten Bilder. Neben dem Tiktok- und Instagram-Kanal des Sonntagsblatts finden Sie die Bilder auch auf dem Instagram-Kanal von Bayern Evangelisch.

"Wir lassen uns unsere Demokratie nicht noch einmal wegnehmen!" Landesbischof Christian Kopp, Sprecher Bündnis für Toleranz Bayern
"Love Storm" der evangelischen Jugend
Die Evangelische Jugend Bayern (EJB) hat im Vorfeld der Wahlen eine Social Media Kampagne organisiert, um besonders jungen Menschen einen Platz im Boot der Demokratie schmackhaft zu machen. Die Gruppe reagierte auf Anfeindungen in den sozialen Medien mit einem "Love Storm". In Online-Seminaren waren die jungen Menschen vorab fit für den Lovestorm gemacht worden: Ich bin hier e.V. und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Bayern der LKS gaben wertvolle Tipps.
Hilfreich war auch eine Broschüre zu Chats ohne Hate der Seite LoveStorm.de. Hier ein Flowchart daraus:
Die Erfahrungen der jungen Menschen, dem "Molloch soziale Medien" mit ihrem persönlichen Engagement gemeinsam begegnen zu können, wurden als sehr positiv beschrieben. Ramona aus dem Love Storm fasste während der Aktion ihre Erfahrungen zusammen: „Ich finde es sehr herausfordernd, beim Lovestorm dabei zu sein, weil es nochmal etwas ganz anderes ist, sich aktiv gegen Hass zu stellen und all die Kommentare zu lesen. Gleichzeitig motiviert mich total, dass wir das zusammen machen und sich auch andere dem gleichen Problem stellen und aktiv werden. Das gibt mir viel Hoffnung für ein besseres und couragierteres digitales Miteinander!“
Die fünf "analogen" & seelsorglichen Module der Kampagne
Als Kirche wollen wir nicht in erster Linie von der Seitenlinie kluge Kommentare abgeben oder nur fragen, ob "die Politik liefert". Wir ermutigen alle, die sich bei einer demokratischen Partei oder Vereinigung engagieren und die in einem kommunalpolitischen Mandat aktiv sind. Wir wollen, dass sich Christinnen und Christen mit ihren Überzeugungen und Werten in die Kommunalpolitik einbringen. Wir stehen an der Seite derjenigen, die unsere Demokratie stärken. Wir unterstützen sie, gerade dann, wenn es zu Anfeindungen, Hass, Hetze und Pöbeleien kommt. Alle demokratischen Mandatsträger sollen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Deshalb haben wir uns als ELKB im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahlen engagiert und die Kampagne: „Unser starkes Kreuz für Demokratie“ (www.unser-starkes-kreuz.de) gestartet.
1. Wahlaufruf
Wahlaufruf von Landesbischof Christian Kopp und Kardinal Marx vom 25.7.2025
Die beiden großen christlichen Kirchen in Bayern ermunterten alle Menschen, sich um ein kommunalpolitisches Mandat bei einer demokratischen Partei oder Vereinigung zu bewerben. Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Christian Kopp baten am 25. Juli 2025 in einem gemeinsamen Aufruf: "Stellen Sie sich und Ihre Expertise zur Verfügung! Unser Land, unsere Kommunen, unsere Städte und Gemeinden brauchen gerade jetzt engagierte Demokratinnen und Demokraten."
2. Unvereinbarkeitsregelung
Umgang mit Kandidaturen aus dem kirchlichen Bereich für extreme Parteien oder Gruppierungen
Wir sehen KEINE Vereinbarkeit einer (ehrenamtlichen) Tätigkeit in der ELKB mit der gleichzeitigen aktiven Unterstützung einer gesichert (rechts-)extremistischen Partei.
Einige Quellen zum Thema:
Einen aktuellen Überblick über Themen und Entwicklungen finden Sie auf der Seite Endstation rechts des Bonner Instituts für Information und Dokumentation e.V..
Die repräsentativen „Mitte-Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung geben alle zwei Jahre Auskunft über die Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechts-extremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in Deutschland. Die diesjährige Ausgabe unter dem Titel „Die angespannte Mitte“ blickt auf die Normalisierung des Rechtsextremismus und aktuelle Entwicklungen in Zeiten globaler Verunsicherungen.
Die Heinrich-Böll-Stftung untersucht in der Autoritarismus-Studie 2024 die Frage: Wie haben sich rechtsextreme und autoritäre Einstellungen in Deutschland im Jahr 2024 verändert? Nehmen Vorurteile und Ressentiments in unsicheren Zeiten wieder zu? Und wie stehen die Deutschen aktuell zur Demokratie?
Eine im September 2025 veröffentlichte Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung entwickelt eine Typologie rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Europa.
Am 2. Mai 2025 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD nach einem umfangreichen Gutachten als „gesichert rechtsextremistisch“ ein.
3. Evangelische Kandidaturen
Vorstellung von Kandidatinnen und Kandidaten aus den Reihen der evangelischen Kirche und ihrer christlichen Motivation
Auf verschiedenen Kanälen suchten wir nach Kandidierenden aus dem Umfeld unserer Landeskirche, die für ein kommunalpolitisches Mandat in einer demokratischen Partei oder Vereinigung antreten. Zusammen mit dem Campus Kommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit vor Ort haben wir evangelische Kirchenmitglieder mit Ihrem Engagement medial präsentiert. Viele Interviews und weitere Informationen finden Sie auf der Demokratie-Seite von sonntags.
4. "Lovestorm" & Seelsorge
4a) Unterstützung demokratischer Kandidatinnen und Kandidaten
Die Evangelische Jugend EJB organisierte eine Aktion, bei der junge Menschen im Netz jenen Kommunalpolitikerinnen und -politikern zur Seite sprangen, die Hass und Hetze ausgesetzt waren. Die beteiligten jungen Menschen bis 27 bekamen vorab Schulungen: Einerseits, um inhaltlich professionell agieren zu können. Andererseits um nicht selbst Opfer von Hass und Anfeindungen zu werden. Es gab u.a. einen Workshop durch die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, zu dem die interessierten jungen Menschen herzlich eingeladen waren: „Wie agiert Rechtsextremismus, wie kann ich mich schützen?“.
4b) Seelsorgliche Unterstützung
Die ELKB steht unseren Repräsentanten selbstredend seelsorgerisch zur Seite. Auf unserer Seite Beistand für Politikschaffende stellen sich Seelsorgerinnen und Seelsorger vor, an die sich in der Politik Aktive wenden können – neben Regionalbischof, Dekaninnen und Dekanen und Pfarrpersonen finden Sie in ökumenischer Verbundenheit des AcK z. B. auch den Archimandriten der griechisch-orthodoxen Kirche als Ansprechpartner.
5. Bildungsformate
Beteiligungsorientierte Bildungsformate
Gemeinsam mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Bayern (EEB Bayern) wurden innovative und beteiligungsorientierte Veranstaltungsformate entwickelt und vielerorts erfolgreich durchgeführt. Diese Ideen finden Sie auf der Unterseite EEB Bayern.
Wir hoffen, dass Sie auch weiterhin im Gespräch mit der Politik vor Ort bleiben und gemeinsam mit Ihrer lokalen Bildungseinrichtung, Diakonie, dem Jugendwerk und/oder Gemeinden entsprechende Veranstaltungen durchführen können.