Ein starkes Kreuz für Demokratie will die ELKB zeigen und setzen. Eine erste sichtbare Aktion – und die Geburtsstunde dieser Website – lieferte unsere Demokratiekampagne im Vorfeld der bayrischen Kommunalwahlen 2026. Auf dieser Website finden Sie heute – neben einem Rückblick auf die Kampagne – ungewöhnliche Ideen für Demokratieveranstaltungen, aktuelle Inhalte zum Thema Demokratie und Evangelische Landeskirche Bayern.
Strategien für die demokratische Zivilgesellschaft
Die Wahlergebnisse der letzten Wochen und Monate geben international betrachtet Grund zur Hoffnung auf ein Wiedererstarken des demokratischeren Miteinanders. In Deutschland dagegen feiert die AfD zur Zeit erschreckende Erfolge: Nachdem die Partei 2025 mit 20,8 Prozent der Zweitstimmen zweitstärkste Kraft im Bundestag geworden war, wurde sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 mit 43,8 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,2 Prozent jeweils stärkste Kraft.
Eine AfD-Regierung wird die Politik in den Bereichen Migration, EU-Skepsis, Klimapolitik und Geschlechter- sowie Minderheitenrechte deutlich verschieben. Insbesondere Einschnitte im Bereich Förderungen und Pressefreiheit sind zu erwarten. Der Text „The Day After – “ vom 16.9.2026 analysiert mögliche Entwicklungen und schlägt Bund und Ländern Strategien präventiver Resilienz vor. Der Text entstand in Zusammenarbeit von:
David Begrich (Miteinander e.V.)
Josefine Heusinger (Hochschule Magdeburg-Stendal)
Mika Kaiyama (LAMSA e.V.)
Alexander Leistner (Universität Bielefeld)
Christoph Maier (Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.)
Matthias Quent (Ernst-Abbe-Hochschule Jena)
Heike Radvan (Universität Tübingen)
Nils Schuhmacher (Universität Hamburg)
Fabian Virchow (Hochschule Düsseldorf)
Die Landesverfassungsschutzbehörden stufen die AfD-Landesverbände in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Auch auf Bundesebene hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Gesamtpartei 2025 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Nach einem Eilantrag setzte das Verwaltungsgericht Köln diese Einstufung jedoch bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens aus; die Bundes-AfD gilt derzeit weiter als rechtsextremistischer Verdachtsfall.
Die Stadt Nürnberg in der Allianz gegen Rechtsextremismus
Die Stadt Nürnberg darf vorläufig weiterhin Mitglied der „Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg“ bleiben. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 26. März 2026 das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom November 2024 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung zurückverwiesen. In Absatz 44 seines Urteils begründet dies das Bundesverwaltungsgericht: "Alltagsrassismus und Diskriminierung sowie lokaler Rechtsextremismus betreffen das Zusammenleben vor Ort. Dementsprechend umfasst das Recht der kommunalen Selbstverwaltung die Aufklärung darüber und die Befugnis, sich an örtlicher Antidiskriminierungsarbeit und an Initiativen gegen lokalen politischen Extremismus zu beteiligen und diese zu unterstützen." Eine Entscheidung in München wird für nächstes Frühjahr erwartet.
Wenn Sie in Ihrer Gemeinde Veranstaltungen anbieten und diese in "Evangelische Termine" mit dem #Demokratie taggen, werden diese auf unserer Seite Veranstaltungen bayernweit angezeigt – und das nicht NUR zur langen Nacht der Demokratie, sondern das ganze Jahr! Jede Gemeinde, die Demokratieveranstaltungen anbietet, kann sich sehr gerne ergänzend als Verständigungsort registrieren. Damit wird Sie Teil des Netzwerks an evangelischen Orten deutschlandweit, an denen Verständigung und Zuhören groß geschrieben werden. Wer Interesse hat am originären Programm der Verständigungsorte – ganz niedrigschwelligen Veranstaltungen, in denen Menschen einander zuhören – findet HIER Materialien zum Bestellen oder Downloaden.
Veranstaltungen zur langen Nacht der Demokratie 2026:
Die lange Nacht der Demokratie
Die Lange Nacht der Demokratie am 2. Oktober 2026
Am 2. Oktober 2026 fand zum fünften Mal bayernweit die Lange Nacht der Demokratie statt. An über 60 Orten Bayerns kamen um den 2. Oktober Menschen zusammen, diskutierten über politische Fragen, erörterten gesellschaftliche Zusammenhänge, stritten, wechselten die Perspektive, ließen sich inspirieren von ausgefallenen Formaten.
Demokratieveranstaltungen werden das ganze Jahr angeboten: Alle Veranstaltungen, die in der Datenbank "Evangelische Termine" eingetragen wurden, finden Sie HIER.
Die Lange Nacht der Demokratie ist ein Projekt des Wertebündnis Bayern. In diesem Rahmen engagiert sich auch die ELKB. Die landesweite Koordination hat 2026 der Bayrische Volkshochschulverband bvv übernommen.
Erstmals durchgeführt wurde die Lange Nacht der Demokratie 2012 in Augsburg. Seit 2018 findet sie – nur kurz unterbrochen von der Pandemie – alle zwei Jahre in ganz Bayern statt. Organisator der ersten Stunde war Dr. Christian Boeser vom Netzwerk Politische Bildung, 2026 lag die Verantwortung beim Bayerischen Volkshochschul-Verband. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sowie die Evangelische Erwachsenenbildung Bayern sind Mitglieder der bayernweiten Steuerungsgruppe – die angesiedelt ist beim Wertebündnis Bayern und der u.a. auch der Bayerische Jugendring und die Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit angehören.
Entstanden ist die Lange Nacht der Demokratie aus der Beobachtung, dass sich das Verhältnis zwischen Bürger*innen einerseits und "der" Politik andererseits zunehmend verschlechtert. Da traditionelle Angebote der politischen Bildung und auch die Medienlandschaft diese Entfremdung leider zum Teil begünstigen, haben viele Menschen nach neuen Formaten des öffentlichen Diskurses gesucht. So entstand die Idee zu einer Langen Nacht der Demokratie als niederschwelligem Begegnungsformat im öffentlichen Raum, an zentralen Orten von Kommunen. Ziel ist u.a., dass Bürger*innen, Politiker*innen, Journalist*innen und politische Bildner*innen auf Augenhöhe in den Austausch über öffentliche Angelegenheiten kommen. Mit der Langen Nacht der Demokratie soll erreicht werden, gemeinsam nutzbare Räume zu schaffen, in denen Wertschätzung, Inspiration für Demokratie und ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Miteinanders durch Begegnungen ermöglicht werden.
Was ist das Besondere an der Langen Nacht der Demokratie? Es gibt einen bayernweiten Rahmen mit Grundfinanzierung und Beratung. Simultan finden an mehr als 50 Orten ähnliche Veranstaltungen statt, wobei jeder Ort für sich steht und gleichzeitig Teil eines größeren Ganzen ist. Darüber hinaus ist die Lange Nacht der Demokratie ein hervorragendes Beispiel für Subsidiarität – denn vor Ort wissen die Menschen besser, worin ihre Herausforderungen bestehen, welche Themen diskutiert werden müssen. Gleichzeitig besitzt die Lange Nacht einen unübertrefflichen Eventcharakter und ist deshalb gerade in Klein- und Mittelstädten sehr beliebt.
Was können Gemeinden tun? Bitte beteiligen Sie sich 2027 als evangelische Kirchengemeinde vor Ort an "ihrer" Langen Nacht, sofern sie zu den glücklichen Orten in Bayern gehören, an denen sie stattfindet. Stellen Sie Ihr Gemeindehaus oder gar Ihre Kirche als Veranstaltungsort zur Verfügung – so lernen auch kirchenferne Menschen Ihre Gemeinde kennen. Falls möglich, konzipieren Sie selbst eine Veranstaltung, vielleicht zusammen mit dem Dekanat, dem Erwachsenenbildungswerk, Ihrer Dekanatsjugend oder der Diakonie. Oder Sie kooperieren mit einem der zahlreichen Partner vor Ort – sicherlich finden Sie eine Organisation, mit der das gut möglich ist. Veranstaltungsideen finden Sie z. B. HIER. Am Besten beginnen Sie bald mit dem Planen für 2027 – der nächste 2. Oktober ist näher, als Sie denken...
Falls Sie dazu Rückfragen haben, wenden Sie sich gerne an Ihre Hauptamtlichen vor Ort, an die Evangelische Erwachsenenbildung oder an Martin Becher, Leiter der Fachstelle für Demokratie und gesellschaftliches Miteinander der ELKB, martin.becher@elkb.de.
Logovarianten "Lange Nacht der Demokratie 2026" können Sie HIER herunterladen.
„Gut begründet“ – Ein Wort der lutherischen Kirchen zur Demokratie Juni 2026
„Gut begründet“ – Ein Wort der lutherischen Kirchen zur Demokratie
In der VELKD ist eine neue Publikation erschienen, zu der die Verfasser:innen anmerken:
»Christentum und Rechtsextremismus sind unvereinbar.« Der Satz ist leicht gesagt, deshalb hört man ihn so oft.
In einem Jahr, in dem Rechtsextreme in zwei Landesparlamenten die stärkste Partei werden könnten, reicht das nicht aus. Auch der Hinweis auf die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen allein ist nicht dazu angetan, der AfD nahestehende Wählerinnen und Wähler davon zu überzeugen, dass die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit dieser Partei dem christlichen Glauben Hohn spricht.“
»Gut begründet“ zeigt in drei Teilen, warum unsere freiheitliche und soziale Demokratie aus christlicher Sicht die bestmögliche, wenn auch nicht die perfekte Staatsform ist, und welche drei christlichen Grundüberzeugungen diese politische Staatsform nahelegen. Sie zeigt auf, wie sich die in der Verfassung garantierten Grundrechte zum christlichen Menschenbild verhalten und was wir tun können, um unsere Demokratie zu schützen. Dabei wird nicht verschwiegen, dass die Kirchen oft autoritären Obrigkeitsstrukturen näherstanden als ihren eigenen Idealen.
Doch die Menschen, die die Demokratieentwicklung entscheidend vorangetrieben haben, waren oft religiös motiviert – das zeigen die acht »Wegmarken der Demokratie«, die Sie ebenfalls in der Veröffentlichung finden.
Demokratiefibel: „Christ:in sein heißt politisch sein“
Demokratiefibel: „Christ:in sein heißt politisch sein“
So lautet der Kerngedanke, der sich als roter Faden durch die Beiträge der „Demokratiefibel“ zieht, die vom
Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising anlässlich des 75. Geburtstags des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 2024 herausgegeben wurde. Sie will Antworten geben auf die Fragen, worin die spezifisch katholischen Potentiale für eine Kultur der Demokratie liegen und welche Argumente die Katholische Kirche gegen die rechtspopulistischen Anfeindungen stellen kann. Sie hebt die Bedeutung des Laienapostolats für die Gestaltung von Gesellschaft hervor und verdeutlicht, dass Demokratie sowie die ihr zugrundeliegenden Werte auch in der biblisch-christlichen Tradition verankert sind. Darüber hinaus will die Publikation aufzeigen, dass rechtspopulistische Positionen in eindeutigem Widerspruch zur christlichen Botschaft stehen.
Ein pastoral-praktischer Ausblick darüber, wie in Pfarreien mit Rechtspopulismus und demokratiegefährdenden Positionen umgegangen werden kann, rundet die Publikation ab.
Das letzte Kapitel enthält zugespitzte Argumente gegen öffentliche rechtspopulistische und menschenverachtende Parolen und bildet zugleich die Grundlage der Kurzfassung der Demokratiefibel „to-go“.
Mehr Informationen zum Projekt HIER
Download 11seitige Demokratiefibel to-go HIER
Unser starkes Kreuz für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern

Auch die Evangelische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern warb im Vorfeld der Landtagswahl am 20. September mit dem Slogan „Unser starkes Kreuz für Demokratie“. Wir drücken die Daumen, dass mit diesem Wahlergebnis unsere freiheitlich demokratische Grundordnung in Mecklenburg Vorpommern vollumfänglich erhalten bleibt.
Danke an Pastor Dr. Gerhard Altenburg für die Bilder – aus Rostock und vom beflaggten Pfarrhaus in Warnemünde, in dem auch der Rostocker Propst seinen Sitz hat.
Bayrisches Bündnis für Toleranz PM zu Bundesmitteln Demokratieerhaltung
PRESSEMITTEILUNG | Bayrisches Bündnis für Toleranz
Bundesmittel zur Demokratieerhaltung weiterführen und Schwächung zivilgesellschaftlicher Strukturen verhindern
28. April 2026 – Bad Alexandersbad, München – Bündnissprecher Christian Kopp sieht die angekündigten Veränderungen beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“ mit großer Sorge. Er fordert in Vertretung der Perspektive der zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bündnis die Bundesbildungsministerin auf, sich nachdrücklich für die Weiterführung der Bundesmittel zur Demokratieerhaltung einzusetzen und die Breite der dort engagierten gesellschaftlichen Akteure ausdrücklich als wertvoll anzuerkennen.
Gerade in einer Zeit, in der die Demokratie von extremen politischen Akteuren immer weiter unter Druck gesetzt werde, müssten demokratiefördernde Projekte und Maßnahmen durch den Staat noch nachdrücklicher unterstützt werden. Nur so werde die Breite der für den Schutz der Demokratie auftretenden Zivilgesellschaft ausreichend sichtbar und handlungsfähig. Unsere Demokratie sei aus den Verheerungen eines Weltkrieges und dem singulären Menschheitsverbrechen des Holocaust entstanden. „Sie kann nur von Dauer sein“, so Christian Kopp, „wenn sich die Zivilgesellschaft für sie einsetzt und darin gestärkt wird.“
Die ganze Pressemitteilung finden Sie HIER
Pressekontakt: Dr. Philipp Hildmann, Geschäftsführer | c/o Ev. Bildungs- u. Tagungszentrum Bad Alexandersbad e.V. | Markgrafenstr. 34 | 95680 Bad Alexandersbad | Tel: 09232/9939-39 | E-Mail: hildmann@ebz-alexandersbad.de | www.bayerisches-buendnis-fuer-toleranz.de
Pfingstaktion 2026: Fest der Verständigung
Pfingstaktion 2026: Fest der Verständigung
Pfingsten erinnert uns wie kein zweites daran, dass Barrieren überwunden werden können und echte Verständigung möglich ist. Gerade in der heutigen Zeit ist die Pfingstbotschaft als „Verständigungswunder“ ein kraftvolles Hoffnungszeichen. Deshalb luden wir als Kirche und Diakonie im Rahmen der Initiative #VerständigungsOrte in diesem Jahr dazu ein, Pfingsten ganz bewusst als Fest der Verständigung zu feiern. Dafür finden Sie hier einen Gottesdienstentwurf.
Der Gottesdienstentwurf umfasst
- biblische Verständigungsgeschichten,
- Predigtimpulse,
- thematisch passende Lieder,
- praktische Ideen zum Mitmachen
- und Vorschläge für Gebete und Segen.
Rund um Pfingsten rief ein breites Bündnis zu den bundesweiten Aktionstagen „Zusammen für Demokratie – Zukunft für alle“ auf. Kirche und Diakonie als Teil des Bündnisses ermutigten zum Mitmachen: Im Gottesdienst oder drum herum wurde gezeigt, dass Gottes Geist Brücken baut! HIER kommen Sie zur Projektwebsite Fest der Verständigung.

